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03.08.2013

Umsetzung des Nahwärmenetzes kritisch

Vorstand Wolfgang Thaler stand dem Leutkircher SZ-Lokalredakteur Michael Loskarn Rede und Antwort über den Stand des Projekts nach Ablauf des Abgabetermins für die Wärmeverträge.
Nachfolgend der Bericht aus dem Lokalteil der SZ vom Samstag, 3. August 2013:


Nahwärmenetz Herlazhofen strauchelt

Energiegenossenschaft fehlt es an Abnehmern – Kleinere Planung soll Projekt retten

HERLAZHOFEN - Gefährdet ist derzeit die Umsetzung des Nahwärmenetzes in Herlazhofen. Wie Wolfgang Thaler, Vorstand der sich in Gründung befindlichen Energiegenossenschaft Herlazhofen, im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung mitteilte, seien bisher lediglich 55 Verträge unterzeichnet. Um jedoch auf Basis der bisherigen Planungen ein wirtschaftlich sinnvolles Konstrukt zu schaffen, benötige die Genossenschaft etwa 90 Bürger, die sich für den Anschluss an das Nahwärmenetz entscheiden. Endgültig gestorben sei die Idee jedoch noch lange nicht. Vielmehr investieren die derzeit 16 Genossenschaftsmitglieder erneut, und zwar in die Planung eines „kleineren Netzes“.

Anfang Mai hatten die Mitglieder der neu gegründeten Energiegenossenschaft Herlazhofen das Nahwärmeprojekt bei einer Bürgerversammlung in Herlazhofen erläutert und hierbei auch die Vertragsunterlagen ausgegeben. „Im Moment sind 55 Bürger bereit, den Vertrag zu unterzeichnen“, sagte Thaler. Das geplante Nahwärmenetz war jedoch mit einer Anschlusszahl von 90 Teilnehmern vorgesehen. Damit sei eine Umsetzung in der ursprünglich geplanten Form nicht tragbar.

„Wir haben unsere positive Argumente beigefügt“, sagte Thaler, „die Entscheidung tragen die Bürger.“ Jedermann solle fair und frei entscheiden können, war es dem Vorsitzenden wichtig, keinen Druck auf die Herlazhofer auszuüben. Faktum ist jedoch, dass die momentan geplante Größe des Netzes mit etwa 60 unterzeichneten Verträge nicht wirtschaftlich umzusetzen ist. Außerdem führe eine geringere Leitungsdichte, die mit einer abgespeckten Planung unter Umständen einhergehe dazu, dass Fördermittel nicht flössen. Aus dem Fördertopf „Bioenergiedorf“ erhalte Herlazhofen nur dann Mittel, wenn mindestens 50 Prozent des Dorfs ans Nahwärmenetz angeschlossen wären. Und, eine bestimmte Netzdichte – also Häuser, die nicht zu weit auseinander liegen – sei nötig, sonst komme es zu hohen Wärmeverlusten. Dies wiederum mache „es dann teuer“.

Selbst der im Vergleich zu anderen Wärmequellen „attraktive Preis“ von 6,66 Cent pro Kilowattstunde Energie habe nicht komplett überzeugt. „Trotzdem sind wir intensiv dran, mit einem kleineren Netz in die Planung zu gehen. Dafür nehmen wir auch nochmals Geld in die Hand.“ Bisher haben die Genossenschaftler eine fünfstellige Summe investiert – eine mittlere vierstellige komme nun noch dazu. In jedem Falle sollen auch bei der kleineren Version die Energiepreise sowie die Fixkosten jenen der bisherigen Planung entsprechen. Denn, wirtschaftlich sinnvoll müsse auch diese Lösung sein.

Übrigens, auch bei der abgespeckten Version soll das Rathaus mit einbezogen werden. Sicher sei derzeit jedoch gar nichts, beschwichtigte Thaler. „Solange die Planung unklar ist, ruhen selbstverständlich die aktuellen Verträge und die Mitgliedsbeiträge für die Genossenschaft werden noch nicht eingezogen.“

Michael Loskarn

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